Die Ära der stabilen Währungen geht zu Ende. Weltweit fordern Ökonomen höhere Inflationsraten – um so die Staatshaushalte unauffällig zu entschulden. Doch die Politik des billigen Geldes ist kein eleganter Weg: Steigende Preise sind nichts anderes als kalte Enteignung.

Und es ist nicht nur eine Enteignung irgendwelcher unsympathischer Großgrundbesitzer, die es eh nicht besser verdient haben, sondern eine aller Bürger, und zwar aller im Sinne von „aller“. Da zahlt nämlich nicht nur der fette, zigarrenrauchende Kapitalist, sondern auch der gemeine Hartz IV-Proletarier, und letzterer zahlt eigentlich relativ sogar noch mehr, da er sein ohnehin bescheidenes Vermögen nicht in Aktien, Immobilien, Edelmetallen und Fremdwährungen in Sicherheit bringen kann.

Deswegen sollten gerade diejenigen, die gerne mal ein bißchen Inflation riskieren, weil sich mit der Gelddruckmaschine so schön Wahlen gewinnnen lassen, daran denken, daß es gerade ihre Wähler nicht sonderlich lustig finden würden, wenn ihnen, was für’s Portemonnaie de facto dasselbe bedeutet, die Steuern – und zwar ab dem Eingangssteuersatz! – um den entsprechenden Betrag erhöht, oder, um es noch deutlicher zu machen, mal eben die Löhne flächendeckend um ein paar Prozent gekürzt würden.