Die Bässe wummern, Zigarettenqualm und Schweiß hängen in der Luft. Dicht an dicht stehen die Partygänger im “Andarin Club”. Palästinenserinnen sind nicht darunter, dafür zucken auf der überfüllten Tanzfläche Schwedinnen, Deutsche und Amerikanerinnen im Takt von R’n'B, umschwärmt von jungen palästinensischen Männern.
[...] “Es ist wahrscheinlicher, einen Stoßtrupp betrunkener Schweden als ein Mädchen aus Ramallah in den Clubs hier zu treffen”, sagt der Palästinenser Alla’ Hilu, 29, und hebt sein Bier prostend in die Luft. “Welcome to Ramallah.”
Sieben Stockwerke weiter unten vor dem Club sind die Straßen im Zentrum Ramallahs fast menschenleer. Nur ein paar einheimische Jugendliche sitzen vor einer Imbissbude. Wer nach Mitternacht noch unterwegs ist, ist jung und männlich.
Da gibt es jetzt genau zwei Möglichkeiten: Entweder sind die Palästinenserinnen die einzigen Frauen auf der Welt, die weniger gerne tanzen als ihre Kerle, oder aber sie würden gerne, dürfen aber nicht. Letzteres wirft jedoch die Frage auf, ob die erwähnten Schwedinnen sich wirklich nur den letzten Rest Verstand weggesoffen haben, oder ob ihnen das Schicksal zumindest der weiblichen Hälfte der Bevölkerung schlicht und einfach am westlichen Knackarsch vorbeigeht. Sonst würden sie den männlichen Palästinensern nämlich sehr schnell nachdrücklich klarmachen, dass diese ohne eine ziemlich zügige Gleichberechtigung der Frau nicht auf irgendwelche weitere Unterstützung im Kampf für ihr rechtsreaktionäres Weltbild zählen können.
[...] Mehr als tausend Nichtregierungsorganisationen tummeln sich nach Schätzungen des proisraelischen Jerusalemer Thinktanks “NGO-Monitor” im Westjordanland. Und das auf 5655 Quadratkilometern, einer Fläche nicht einmal ein Viertel von Rheinland-Pfalz. Das NGO-Mapping-Project von 2007 listet in seiner Statistik 1196 NGO, die meisten haben ihr Büro in Ramallah.
Die jungen “Internationalen” kaufen Wein, Bier und Schnaps in einem der wenigen christlichen und damit mit Alkohollizenz ausgestatteten Supermärkte und schleppen ihre Einkäufe oft auf Privatpartys – wie an diesem Abend in die Wohnung einer französischen Praktikantin des Deutsch-Französischen Kulturcenters. Einen Joint zum Bier zu organisieren ist in Ramallah auch kein Problem.
[...] “Palästina ist das bestgehütete Geheimnis in der Hilfsindustrie. (..) Es klingt cool und gefährlich, weil es als Kriegsgebiet bezeichnet werden kann, aber tatsächlich ist es ziemlich sicher und hat all den Komfort, den Internationale wollen”, zitiert das palästinensische Veranstaltungsmagazin “This week in Palestine” Emily Watson, die amerikanische Projektmanagerin einer medizinischen NGO.
Also alle fünf Quadratkilometer eine Hilfsorganisation, was immerhin einer auf ca. 1.500 Einwohner entspricht. Für ein Land, in dem es noch Discos gibt, in denen Touristen aus dem Ausland zusammen mit ortsansässigen Bürgern gemütlich Gebäck knabbern, Schnaps trinken und Joints rauchen können, ohne dass die Einheimischen anschließend im GULag oder einer Folterkammer verschwinden, ist das kein schlechter Wert. Sofern die Zahl der in Nordkorea oder Syrien arbeitenden NGOs nicht wenigstens im deutlich fünfstelligen Bereich liegt, könnte ganz schnell nicht nur die Frage nach der Motivation unserer nordischen Blondinen aufkommen, sich gerade Israel als persönlichen Lieblingsfeind ausgesucht zu haben, sie täte das auch zu Recht.









Na, dann ist ja alles super. Palästinensische Frauen dürfen also jederzeit ungestört im Minirock in die Disco stöckeln, wenn ihnen danach ist. Aber gut, immerhin wissen wir damit jetzt auch offiziell, welche Kulturen Du als unbedingt schützenswert erhalten willst.
Sicher, das hat nichts, aber auch gar nichts mit Israel zu tun. Die ganzen Hilfsorganisationen legen nur deswegen ihren Schwerpunkt auf die Palästinenser, weil die verglichen mit den Nordkoreanern, Syrern, Kurden oder Afrikanern ja so viel schlimmer dran sind. Ja nee, is’ klar…
In der tiefsten Provinz in Kansas als Frau mit Minirock – das Ganze ohne Probleme auch woanders in Kansas. Tausende schauen der Sache zu und Begeisterungsstürme gibt es auch …
Im bayrischen Wald gibt es sogar Kulturveranstaltungen mit Musik aus der Zeit von Minirock und Schlaghose. Zitat: “Die Nacht der Klassiker und Evergreens zählt im Kulturprogramm des Audi Forum Neckarsulm zu einer der publikumsstärksten Veranstaltungen.”.
Hat da jemand dumme Vorurteile gegenüber Menschen in Kansas oder Bayern?
@ Rene/Realdenker
Jetzt verstehe ich endlich, wieso es in Bayern nur reine Männerdiscos gibt. Aber schön, daß Du wenigstens zugibst, dass Israel ein weit offenerer und zivilisierterer Staat ist als seine Feinde. Jetzt müssen nur noch die NGOs das begreifen
Im übrigen schreibsele ich nur noch, wenn ich wirklich Lust habe. Und bei Leuten, die nicht nur unter mehreren Namen schreiben, sondern sich dabei auch noch so dumm anstellen, dass man sie sofort erwischt, hält sich die ehrlich gesagt in Grenzen.
Trotzdem eine Antwort auf Deine Frage: Die reine Lehre des Neokonservativismus wurde nie komplett umgesetzt, Aber Bush war nun mal nicht nur näher dran als alle US-Präsidenten vor und nach ihm, er hat sie mit der sogenannten Bush-Doktrin auch erstmals zu einer offiziellen politischen Strategie aufgewertet.
Und nachdem ich Dir jetzt so nett geantwortet habe, erklärst Du uns sicher, wer die Umsetzung neokonservativer Ideen denn Deiner Ansicht nach besser gemacht haben soll als Bush. Ein kleiner Tip: Obama ist es nicht, auch wenn Du die Geschichte noch so gerne umschreiben möchtest.
@Rene/Realdenker
Zu Deiner Information: Die Bush-Doktrin habe ich nicht nur gelesen, sondern anders als Du auch verstanden. Ich hab sie mir spaßeshalber sogar ausgedruckt und als historisches Dokument in einem Ordner abgeheftet.
Und in Israel habe ich einige Zeit gelebt. Wobei ich dadurch genausowenig automatisch recht habe wie ich unrecht hätte, wenn ich das nicht getan hätte.
Im übrigen bist Du der einzige hier, der Islam mit Rückständigkeit gleichsetzt, eben weil Du ihn mit Islamismus und palästinensischem Nationalismus gleichsetzt.
Islam geht aber auch ohne Islamismus, also mit Minirock und freien Wahlen. Aber das werdet Ihr Islamismusversteher genau wie Eure Kameraden, die Islamhasser, wohl nie begreifen.
P.S.: Entscheide Dich für einen Deiner beiden Accounts. Die Regel gilt immer noch, und ich behalte mir auch weiterhin vor, Dich bei Zuwiderhandlung zu sperren. So wichtig ist mir das Bloggen nicht mehr, als dass mir das ernsthaft leid täte.
@ Rene
Demokratisierung ist in der Bush-Doktrin kein Selbstzweck. Das ist es ja gerade. Sie wird als vorteilhaft für die eigene Sicherheit angesehen. Das ist egoistisch. Aber deswegen wird’s immerhin auch umgesetzt, während Deine tollen Demokratieförderer von den Grünen komischerweise jedesmal dagegen sind.
Was Israel angeht, dort laufen mehr scharfe Miezen rum, als sonstwo auf dieser Welt, und die Religiösen sind klar in der Minderheit. Sie leben aber trotzdem im großen und ganzen friedlich nebeneinander. Da läuft eine Frau mit Kopftuch auf der Straße neben einer im Minirock, und sie lassen sich in Ruhe. Und wie ist das so in Gaza?
Wie kommst Du im übrigen darauf, dass ich wegen Dir blogge, wenn ich Dich sperre, ohne dass es mir leid tut? Ist das dieselbe Logik, die auch hinter Deinen anderen Argumenten steckt? Das würde natürlich einiges erklären…
Also immer noch 2 Accounts? Ok, lass mich wissen, wenn Du Dich für einen Namen entschieden hast.
@ Realdenker & Co.
Und? Auf welchen Namen haben sich Deine multiplen Persönlichkeiten denn jetzt geeinigt? Nur damit ich weiß, welche Deiner Kommentare ich freischalten darf. ;-)
Merke: Mein Blog, meine Regeln.
@ Rene
Na, dann brauche ich die, die nicht von Rene kommen, ja auch nicht freizuschalten. ;-)
@ Rene
Im übrigen glaube ich Dir sogar, dass Du Dich nicht erinnerst. Das gehört zum Krankheitsbild der multiplen Persönlichkeitsstörung. Oder hast Du wieder den kleinen Bruder an Deinen Rechner gelassen?
@ Rene
Gut dass Du nicht der renelima90 bist, sonst würdest Du Dich jetzt ärgern, dass Dein Kommentar in der Warteschleife hängt. ;-)